Heute wollen wir (mal wieder) zum Bejenado aufsteigen, der von weitem gewohnt harmlos aussieht…
Am Ende der asphaltierten Straße stellen wir das Auto ab und gehen erstmal über eine ‘Pista’ bis zum eigentlichen Beginn des Aufstiegs
So mühsam hatten wir den Weg gar nicht in Erinnerung…man wird offenbar nicht jünger…
Ab einer gewissen Höhe gibt es hier spektakuläre Blicke über die Kanaren, hier links La Gomera und rechts El Hierro:
Nach ca. 2,5 Std ist es geschafft und wir sind auf dem Gipfel, wo man erfahrungsgemäß nie alleine ist, am Wochenende schon gar nicht.
Mein Garmin ist zwar der Meinung, daß wir 4 Meter höher sind, aber falls sich die Insel nicht gehoben hat, kann das auch einfach daran liegen, daß die Messung noch vor der Erfindung von GPS entstand…es gibt noch Bilder von uns vor diesem Schild von vor rund 20 Jahren…und da war das Schild schon alt.
Nach einer Pause geht es an den Abstieg, für den wir eine andere Route wählen, die nicht minder anspruchsvoll ist…
…und wieder schöne Ausblicke auf die Nachbarinseln bietet, hier Teneriffa und La Gomera:
Nicht auf dem Bild zu sehen, aber mit bloßem Auge erkennbar, ist noch Gran Canaria hinter Teneriffa. Der Abstieg ist durch die extreme Steigung in der Endphase noch anstrengender als der Aufstieg, vielleicht auch, weil langsam die Knie weich werden und so schaffen wir es auch nur mit Mühe und Not, rechtzeitig zum Sonnenuntergang wieder zu Hause zu sein.
Heute ist Wanderpause und da die wettertechnischen Voraussetzungen für Gleitschirmflüge heute offenbar so günstig sind, daß rund um unser Haus ordentlich Verkehr am Himmel ist, werden wir selbst auch einen Gleitschirmflug versuchen.
Mit dem Allrader wird das Rudel Sprungwilliger erstmal in den Berg hochgekarrt, bis für das Auto Schluß ist und der restliche Weg zu Fuß zurückgelegt werden muß…
Die Startpiste hat ein ordentliches Gefälle…
und der Blick hinunter ist nicht wirklich ermutigend…
Letztes Briefing mit dem flight instructor…
…dann geht es zur Startvorbereitung.
…dann sind wir in der Luft.
Fast 40 Minuten dauert der Flug, bis wir wieder unten am Strand landen, praktisch direkt unter unserem Haus an der Klippe (Pfeil)…
… und rechtzeitig zum heute etwas bewölkten – aber deshalb nicht weniger romantischen – Sonnenuntergang zurück auf unserer Terrasse sind.
Von der Kapelle virgen del pino, wo wir im letzten Jahr bereits in Richtung pico de las nieves gestartet waren, gibt es auch eine Wandervariante zur Cumbrecita, einem der bekannteren Ausflugsziele auf La Palma, von wo aus man spektakuläre Einblicke in die Caldera hat.
Die Beliebtheit der Cumbrecita hat allerdings mittlerweile dafür gesorgt, daß die Strasse für Fahrzeuge ohne Sondergenehmigung gesperrt ist, weil die Knipstouristen für das totale Parkplatzchaos gesorgt hatten. Insofern bietet sich der Fußweg ab der Kapelle an, den wir noch nicht kennen und deshalb heute zumindest ein Stück weit erkunden wollen. Hier ist die Gefahr, anderen Touristen zu begegnen, relativ gering, was uns entgegenkommt, wenn wir mit GPS Querfeldein-Abkürzungen suchen. Zunächst geht es aber von der Kapelle aus durch den bekannten Kiefernwald…
…der aber bald felsigem Gelände weicht…
…das stellenweise über nicht unanstrengende Treppen führt, da der Hub der Stufen etwa für 2,50m Menschen berechnet ist.
Als erste Wanderung ist die Strecke ziemlich heftig und deshalb laufe ich nach ein paar Stunden nur noch wie ein Schatten meiner selbst hinter der Führungsspitze her…
…und etwa auf der Hälfte der Strecke entschließen wir uns, mit Hilfe des GPS-Gerätes ‘eine Abkürzung’ zu suchen und an dieser Stelle erstmal abzubrechen. Vielleicht wiederholen wir die Tour nächste Woche…in besserer Form.
Viereinhalb Stunden nach dem Start in Ddorf zu unchristlicher Zeit (06:05) sind wir schon wieder auf der Insel. Die scheint uns langsam auch zu kennen, denn diesmal klappt alles im Schnelldurchgang, Gepäck holen, Auto übernehmen, auf der Fahrt schon ein paar Vorräte einkaufen und den Mittagsimbiss können wir schon auf unserer Terrasse einnehmen…bei Wunschwetter…beängstigend reibungslos…
Zur Begrüßung gibts frische Papayas…da lacht das Vegetarierherz … Links im Hintergrund hängen übrigens noch ein paar grüne am Baum…
Für morgen gibts noch keine Pläne…erstmal richtig ankommen…aber ein paar Schritte gehen werden wir wohl schon zur Einstimmung…
Wie im Flug ist 2012 vergangen und jetzt ist es wieder so weit: in genau einer Woche geht es wieder auf “unsere Insel”. Obwohl man dieses Jahr bei Silvester-Temperaturen von 12° dadurch nicht wirklich das Gefühl hat, dem strengen deutschen Winter entkommen zu müssen, freuen wir uns wie immer auf die Wandertage, auch wenn die Erfahrungen des letzten Jahres kaum noch zu toppen sein werden. Da war alles optimal verlaufen, angefangen vom Wetter bis hin zur gesundheitlichen Verfassung – beides hatte nämlich in den Vorjahren gelegentlich auch mal Spielraum nach oben gelassen…
Wir drücken uns in der Hinsicht schon mal selber die Daumen und stimmen uns derweil mit dem ersten Kalenderblatt des neuen Jahres ein…
Silvester im Maritim kann durchaus ein Erlebnis sein…wenn auch vielleicht in anderem als dem spontan damit assoziierten Sinne…möglicherweise waren wir ja auch ein Erlebnis für das Maritim…
Als wir am frühen Silvesterabend dort in unserer abgeliebten Reise- und Wanderkluft mit ausgefransten Jeans und Rucksack auftauchten, hätte der Kontrast zu den anderen Besuchern kaum besser sein können, denn zeitgleich trafen die ersten Gäste in Abendkleid und Smoking ein, um an einer der diversen Veranstaltungen teilzunehmen, die dort im Maritim-Komplex stattfanden. Wahrscheinlich war es nicht zuletzt diesem unserem Aufzug zu verdanken, daß wir an der Rezeption mit Lichtgeschwindigkeit abgefertigt wurden, weshalb wir schon kurze Zeit später unsere Koffer am Late Night Check In des Flughafens loswerden konnten. Leider wurde dann aber nichts aus unserem geplanten Silvester-Abendessen, denn im Hotel war überall geschlossene Veranstaltung (und wir wie gesagt leicht underdressed) und im Flughafen hatte nur noch das Nordsee-Bistro geöffnet, was uns notgedrungen dazu verleitete, uns von dort ein Tablett Sushi mit aufs Hotelzimmer zu nehmen. Die Insassen der Minibar mußte ich zwar alle evakuieren, damit unsere mitgebrachte Sektflasche reinpasste, aber dann verging der Abend zwischen Dinner For One, Sushi und einem Simply Red Konzert auf 3Sat doch recht schnell… Das hohe Stockwerk des Hotels erlaubte einen grandiosen Blick auf das Düsseldorfer Silvester-Geknalle und unser Sekt schmeckte mindestens so gut wie der Champagner im all-inclusiv Dinner für 180 Euro…
Der Flug am Neujahrstag ging pünktlich, war ruhig und kam planmäßig an…Mietwagenübernahme…Fahrt auf die andere Seite der Insel…Hausübernahme…kleines Abendessen am Meer…und jetzt bei einem Glas Wein auf der Terrasse…
‘Reisen’ hat sich ja schon ziemlich verändert. Wenn man bedenkt, daß man die rund 3000km in etwas mehr als vier Stunden im klimatisierten Jet bei Essen und Kinofilm bewältigt, während z.B. Beethoven noch vor etwa 200 Jahren (also etwa gerade mal 3 Menschenleben) mehrere Tage in einer ungefederten und ungeheizten Pferdekutsche von Deutschland nach Österreich schaukeln mußte…
…so zum Beispiel unsere Bereitschaft, zum xten Male wieder entlang der Vulkanroute zu wandern (gelbe Linie).
Wahrscheinlich ist es der Abwechslungsreichtum der Strecke, der beginnend am Refugio El Pilar – einer Waldlichtung in der der Mitte der Insel , die den Palmeros auch als Wochenend-Grillplatz dient, und die vorbei an bizarren Vulkankegeln und erstarrten Lavaseen durch kiesartige Schlackenfelder bis hinunter an die Südspitze verläuft – wo ‘Los Canarios’ liegt, das Dorf, das vor ein paar Jahren noch wesentlich klangvoller ‘Fuencaliente’ hieß.
Der Kiefernwald am Anfang der Strecke hat noch Winter und man geht über einen zentimeterdicken Teppich aus den extrem langen Nadeln der kanarischen Kiefer. Diese ist in vielerlei Hinsicht ein Phänomen, denn nur wenige Pflanzen haben so einen ausgeprägten Überlebenswillen. Ausgestattet mit einer sehr dicken Rinde (die Rinde auf der unten abgebildeten Baumscheibe ist 14cm dick) ist der Baum durch Feuer kaum zu vernichten. Bei einem der im Sommer nicht seltenen Waldbrände, verbrennen Nadeln und dünnere Äste – der Stamm bleibt schwarz – scheinbar verkohlt – wie ein Telegrafenmast stehen – um im Folgejahr an dem verkohlten Pfahl erneut auszutreiben!
Auch absägen ist nur dann als halbwegs endgültig anzusehen, wenn vom verbliebenen Stumpf die Rinde komplett entfernt wird, sonst sieht dieser Stumpf nach kurzer Zeit so aus:
Langsam weicht auf unserer Wanderung der benadelte Waldboden dann aber der ersten Vulkanlandschaft, hier hat es offenbar dickere Brocken geregnet:
Bald haben wir den ersten größeren Vulkankegel umwandert, der nächste Kegel wird aber nicht mehr umgangen, sondern bestiegen, was bei klarem Wetter den Vorteil hat, daß man einen ersten Blick auf Teneriffa und den Teide werfen kann, dieses Jahr – sehr ungewöhnlich für Januar – ganz ohne Schnee!
Als nächstes erreicht man den etwas unheimlichen Krater des Hoyo Negro, der ständig weiter abbröckelt und der erst 1949 zum letztenmal Feuer gespuckt hat!
Von der Hauptroute aus kann man kurz hinter dem Hoyo Negro einen kleinen Abstecher zum Gipfel des Nambroque machen, eine der wenigen Stellen, von der aus man alle drei Nachbarinseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro sehen kann. Danach geht es dann wieder auf dem Hauptweg weiter bis zum Lavasee, auch dort sieht man heute Teneriffa und La Gomera am Horizont.
Ab jetzt wird die Landschaft immer karger, wenn auch der Ausblick bei klarer Sicht grandios ist. Erstaunlich, daß auch hier Kiefern immer noch Halt finden.
Viele Teile der Route wurden im Laufe der Jahre neu angelegt, vor ca. 15 Jahren war der Abstieg ab hier nach Fuencaliente stellenweise kaum begehbar, weil man in der Pillenschlacke knöcheltief einsank.
Kurz bevor der eigentliche Abstieg beginnt, den wir ohnehin etwas langweilig in Erinnerung haben, da es dort wirklich nur noch scheinbar endlos durch die öden Schlackenfelder geht, durch die man sich wegen der Einsinktiefe im Schlackenkies richtig vorkämpfen muß, kehren wir um, denn unser Auto steht ja am anderen Ende der Route und so bekraxeln wir halt die Vulkane wieder in entgegengesetzter Richtung…
Aber schön war es trotzdem wieder, auch wenn wir uns den im ersten Bild oben gestrichelten Teil gespart haben – dafür sind wir ja auch die ganze Strecke wieder zurückgegangen!
Heute erstmal Großeinkauf, denn gestern abend gab es ja nirgendwo mehr was – verständlich: Sonntag und Neujahr!
Mit gefühlten 8 Einkaufswagen voll dann den Kleinwagen randvoll geladen…etwas Hoyo de Mazo (Rotwein), etwas Vega Norte (Rotwein), etwas Negramoll (Rotwein), eine Flasche Teneguia Listan Blanco (Weißwein)…ach ja und ein bißchen was zu essen war dann wohl auch noch versehentlich dabei…
Ansonsten war heute nachmittag abhängen angesagt, Kaffee auf der Terrasse, kleiner Poolbesuch und einfach mal den Reisestress abstreifen…Ein paar Umgebungsbilder gemacht, zB die Papayapflanzung über unserem Haus und und unter einer riesigen Bananenplantage.
Hinter der verhüllten Plantage liegt der Startplatz für die Paraglider, die sich je nach Thermik mehr oder weniger langsam nach unten tragen und dann an der Strandpromenade von Puerto Naos landen.
Inzwischen haben sie dafür ja einen eigenen Platz, bis vor kurzem wurde einfach am Strand oder auf der Promenade gelandet, was allerdings nur dann zur Touristenbelustigung beitrug, wenn es ohne Kolateralschaden abging…
Die ‘eingepackten’ Bananen sind mittlerweile die vorherrschende Sorte hier auf der Insel, nur in diesem künstlichen Treibhausklima gedeihen die großen südamerikanischen Sorten. An relativ wenigen Stellen gibt es aber noch unverhüllte Plantagen, wie hier unter uns, wo die kleinen einheimischen ‘Platanos’ wachsen. Klein, sehr aromatisch…und in der normierten EG unverkäuflich!