…so zum Beispiel unsere Bereitschaft, zum xten Male wieder entlang der Vulkanroute zu wandern (gelbe Linie).

Wahrscheinlich ist es der Abwechslungsreichtum der Strecke, der beginnend am Refugio El Pilar – einer Waldlichtung in der der Mitte der Insel , die den Palmeros auch als Wochenend-Grillplatz dient, und die vorbei an bizarren Vulkankegeln und erstarrten Lavaseen durch kiesartige Schlackenfelder bis hinunter an die Südspitze verläuft – wo ‘Los Canarios’ liegt, das Dorf, das vor ein paar Jahren noch wesentlich klangvoller ‘Fuencaliente’ hieß.

Der Kiefernwald am Anfang der Strecke hat noch Winter und man geht über einen zentimeterdicken Teppich aus den extrem langen Nadeln der kanarischen Kiefer. Diese ist in vielerlei Hinsicht ein Phänomen, denn nur wenige Pflanzen haben so einen ausgeprägten Überlebenswillen. Ausgestattet mit einer sehr dicken Rinde (die Rinde auf der unten abgebildeten Baumscheibe ist 14cm dick) ist der Baum durch Feuer kaum zu vernichten. Bei einem der im Sommer nicht seltenen Waldbrände, verbrennen Nadeln und dünnere Äste – der Stamm bleibt schwarz – scheinbar verkohlt – wie ein Telegrafenmast stehen – um im Folgejahr an dem verkohlten Pfahl erneut auszutreiben!


Auch absägen ist nur dann als halbwegs endgültig anzusehen, wenn vom verbliebenen Stumpf die Rinde komplett entfernt wird, sonst sieht dieser Stumpf nach kurzer Zeit so aus:

Langsam weicht auf unserer Wanderung der benadelte Waldboden dann aber der ersten Vulkanlandschaft, hier hat es offenbar dickere Brocken geregnet:

Bald haben wir den ersten größeren Vulkankegel umwandert, der nächste Kegel wird aber nicht mehr umgangen, sondern bestiegen, was bei klarem Wetter den Vorteil hat, daß man einen ersten Blick auf Teneriffa und den Teide werfen kann, dieses Jahr – sehr ungewöhnlich für Januar – ganz ohne Schnee!

Als nächstes erreicht man den etwas unheimlichen Krater des Hoyo Negro, der ständig weiter abbröckelt und der erst 1949 zum letztenmal Feuer gespuckt hat!

Von der Hauptroute aus kann man kurz hinter dem Hoyo Negro einen kleinen Abstecher zum Gipfel des Nambroque machen, eine der wenigen Stellen, von der aus man alle drei Nachbarinseln Teneriffa, La Gomera und El Hierro sehen kann.
Danach geht es dann wieder auf dem Hauptweg weiter bis zum Lavasee, auch dort sieht man heute Teneriffa und La Gomera am Horizont.

Ab jetzt wird die Landschaft immer karger, wenn auch der Ausblick bei klarer Sicht grandios ist. Erstaunlich, daß auch hier Kiefern immer noch Halt finden.

Viele Teile der Route wurden im Laufe der Jahre neu angelegt, vor ca. 15 Jahren war der Abstieg ab hier nach Fuencaliente stellenweise kaum begehbar, weil man in der Pillenschlacke knöcheltief einsank.

Kurz bevor der eigentliche Abstieg beginnt, den wir ohnehin etwas langweilig in Erinnerung haben, da es dort wirklich nur noch scheinbar endlos durch die öden Schlackenfelder geht, durch die man sich wegen der Einsinktiefe im Schlackenkies richtig vorkämpfen muß, kehren wir um, denn unser Auto steht ja am anderen Ende der Route und so bekraxeln wir halt die Vulkane wieder in entgegengesetzter Richtung…

Aber schön war es trotzdem wieder, auch wenn wir uns den im ersten Bild oben gestrichelten Teil gespart haben – dafür sind wir ja auch die ganze Strecke wieder zurückgegangen!