La Palma – 24.01. – 07.02.2026

24.01.2026
Das Taxi war pünktlich um 06:00 Uhr, die Fahrt nach DUS verlief zum Glück ohne angekündigtes Glatteis mit Schneegestöber. Der Flug war ok, auch wenn man inzwischen nicht mehr wirklich erkennen kann, was denn diese angebliche Business Class ausmachen soll, außer daß der Mittelsitz frei bleibt. Mietwagen-Übernahme und Ersteinkauf im Hiper Dino klappte auch noch, dann fing das Chaos an:
Die angegebene Adresse wurde zwar vom Navi gefunden, an dieser Stelle befand sich aber weder das gemietete Ferienhaus noch jemand, der hätte Auskunft erteilen können. Nach etlichen Befragungen Einheimischer und etlichen Telefon-Versuchen (kein Netz) gelang es dann nach fast 2 Stunden, den Vermieter zu kontaktieren, der dann nach weiteren 20 Minuten ohne sichtbares schlechtes Gewissen erschien und aufschloß. Das wars dann… auch keine weiteren Erklärungen zu Geräten, TV, WLAN etc… das kennen wir auch schon besser. Andererseits scheint die Tendenz insgesamt in diese Richtung zu gehen, daß die Vermieter eher uninteressiert sind, sie bekommen die Bude ja sowieso vermietet, warum dann anstrengen.
Das Wetter ist jedenfalls gut, erster Sonnenuntergang und Sundowner auf der Terrasse, morgen kanns dann richtig losgehen.

25.01.2026
Das Haus liegt mitten zwischen Bananenplantagen, die schon in der Sonne liegen als wir aufstehen.

Vom Eßbereich aus schaut man in den üppigen Palmengarten, dessen Pool morgens mit dem Frischwasser geflutet wird, dessen Überschuß unten in die Plantage läuft.

Wir machen uns nach dem Frühstück zu Fuß auf und gehen durch die Plantagen Richtung El Time. Die riesigen Scheinblüten der Bananenstauden sind immer wieder beeindruckend…

…und nach rund 1.5km haben wir den Abstieg vom Time nach Puerto Tazacorte erreicht. Hier geht es in etlichen Serpentinen hinab und wir haben uns ein Mittagessen verdient.

Der Aufstieg ist leichter zu gehen, kostet uns aber etliche Verschnaufpausen… vor 30 Jahren war das irgendwie einfacher…
Hin und wieder wächst am Straßenrand ein großer Rizinusstrauch oder es blüht noch ein Weihnachtsstern, den es bei uns nur in Blumentöpfen gibt.

Rechtschaffen müde sind wir am Nachmittag wieder zu Hause und nehmen das Abendessen auf der Terrasse beim Sonnenuntergang.


26.01.2026
Montag, Wochenbeginn… wir fahren erstmal nach Los Llanos, um die restlichen Einkäufe zu besorgen. Optisch hat sich hier einiges verändert, die alten Häuser verschwinden immer mehr und modernere Bauten beherrschen das Stadtbild weitgehend. Immerhin sind noch viele der alten Bäume geblieben, die Lorbeer-Riesen an der Plaza, die Tulpenbäume an den Avenidas und hier und da hat eine Bougainvillea eine hohe Palme erobert.

Nach den Einkäufen und einem Imbiss in einem der Straßencafés fahren wir Richtung Puerto Naos, wobei wir zwangsläufig an dem riesigen Lavafeld vorbeikommen, das der neue Vulkan Tajogaite (rötlich im Hintergrund) bei seinem Ausbruch vor drei Jahren hinterlassen hat. Inzwischen ist wieder eine neu Straße geschaffen, das Dorf Todoque ist allerdings vom Erdboden verschwunden.

In Puerto Naos kehrt langsam wieder die Tourismus-Normalität ein, nachdem der Zugang jahrelang wegen austretender Vulkangase gesperrt war. Zwar hält sich der Ansturm am Strand noch in Grenzen, aber insgesamt scheint es wieder aufwärts zu gehen.

Am Nachmittag fahren wir wieder in unsere sonnige Plantagen-Residenz zurück und eine sehr mutige Frau testet den Pool bei gefühlten Wassertemperaturen nahe dem Gefrierpunkt.


27.01.2026
Durch den Wetterbericht ermutigt, fahren wir am Vormittag zum Refugio del Pilar hoch. Angenehme Veränderung: die Straße wurde endlich neu geteert, so daß man nicht mehr die Schlaglöcher bis zum großen Grillplatz zählen muß, wo die Wanderung auf der Cumbre Vieja beginnt. Die Anzahl der Grillhütten, Bänke und auch Parkplätze wurden zwischenzeitlich vervielfacht und es fahren jetzt auch Busse hier hoch, so daß wir das Schlimmste befürchten. Zum Glück stellen sich die Befürchtungen als grundlos heraus, wir begegnen bei unserem Aufstieg keiner einzigen Gruppe und nur wenigen Wanderern.
Die Kiefern haben sich nach den großen Waldbränden gut erholt und nach den starken Regenfällen der vergangenen Wochen sprießen überall neue kleine Kiefern. Die Größe der Zapfen ist immer wieder beeindruckend.

Während sich unten die Bewölkung immer mehr verdichtet, haben wir oben bestes Wetter.

Es geht vorbei am Krater des Hoyo Negro, der durch die heftigen Unwetter der letzten Zeit immer weiter einbricht…

…bis wir am Lavasee angekommen sind, von wo man den besten Blick auf Teneriffa und La Gomera hat.

Der Abstieg geht wieder in die Beine und den Rücken und wir sind froh, als wir uns mit einem Abendessen in Puerto Tazacorte belohnen können.

28.01.2026
Die gestrige Wanderung in den Knochen haben wir heute nichts besonderes vor und fahren für ein paar Einkäufe in die Stadt. Auch wenn es nur wenige Kilometer sind, dauert es seine Zeit, denn es sind enge Straßen, viele Serpentinen und man fährt ständig die Berge rauf und runter. In Los Llanos angekommen, gibt es erstmal ein zweites Frühstück bei „Elvis“, bevor wir uns an die Einkäufe machen.

Unser Ferienhaus liegt am Rande einer Bananenplantage inmitten eines Palmengartens.

Über eine außen angebrachte Wendeltreppe gelangt man auf die Dachterrasse, wenn man es denn heil an der Stechpalme vorbei geschafft hat.

Von der Wendeltreppe aus kann man in die angrenzende Bananenplantage schauen…

…oben hat man dann den totalen Rundblick.

29.01.2026
Nach dem Ausbruch des Tajogaite im September 2021 war zunächst der Weg in den Süden der Insel versperrt, weil die Lava die entsprechenden Straßen verschüttet hatte. Nachdem man zunächst viele Monate warten mußte, weil der Untergrund noch zu heiß war, sind inzwischen neue Straßen gebaut und wir testen die Strecke, indem wir uns nach Fuencaliente ganz im Süden aufmachen.
Die Strecke ist doppelt so breit wie früher und sehr modern mit Gelegentlichen Überholstreifen, bis auf wenige hundert Meter scheint alles fertig zu sein. Fuencaliente hat sich nicht sonderlich verändert, außer daß es – wie alle Siedlungen hier – merklich größer geworden ist. Wir trinken einen überteuerten Kaffee und fahren zur Saline hinunter, in der das Teneguia Meersalz gewonnen wird, das es überall auf der Insel zu kaufen gibt. Interessanterweise ist das Salz in allen Erscheinungsformen hier unten am Herstellungsort am teuersten, weshalb wir es auch üblicherweise im Supermarkt kaufen. Nahe der Saline stehen noch die beiden Leuchttürme, der kleinere alte, der mittlerweile geschlossen ist und der neue, der nachts in Betrieb ist.

Vor Jahren waren es noch einige wenige Salzbecken, inzwischen hat man ordentlich ausgebaut…

…und rund um die Becken läuft man durch „Speisesalz“.

Zurück fahren wir über Mazo und Santa Cruz und freuen uns aufs Abendessen, denn es gab als Wegzehrung nur eine kleine kanarische Banane.


30.01.2026
Der Mercadillo in El Paso, den wir heute am Freitag besuchen wollten, ist leider zu einem Souvenir-Trödelmarkt mutiert und es gibt nichts Markt-übliches mehr wie Gemüse oder Früchte. Daher fahren wir für die Einkäufe kurz nach Los Llanos, wo zur Zeit die Tulpenbäume blühen.

Am Nachmittag machen wir uns auf, um zum Bergcafé El Time zu wandern, was laut GPS Gerät auch querfeldein funktioniert.

Von der Terrasse des Cafés hat man einen guten Blick über das Aridanetal und das schwarze Lavafeld des Vulkans Tajogaite

Unser Weg zurück führt über offizielle Wege, vorbei an üppig tragenden Bananenplantagen,

hin und wieder sieht man die echten Bananenblüten zwischen den Blättern der riesigen violetten Scheinblüte.


31.01.2026
Da das Wetter immer noch gut ist, fahren wir in den Norden, um im palmerischen Urwald den Barranco La Zarza zu bewandern. Das Ende der 90er Jahre errichtete Informationszentrum ist seit längerem geschlossen und so scheint es zunächst, als wären wir die einzigen Besucher. Umso besser, als wir das letzte Mal hier waren, gab es mehrere Busse und Gruppen lauter Touristen, diesmal ist alles ruhig. Es geht ziemlich bald hinab…

…und bald nähern wir uns dem spektakulärsten Teil der Wanderung: dem ‚Caboco La Catedral‘, der im Halbkreis durch die Felswand führt…

…und immer etwas bedrohlich wirkt. Oft hat man hier Stimmen von Wanderern gehört, die von den Felswänden widerhallen… heute sind wir alleine und es ist alles still!

Über längere Strecken geht es durch das ausgetrocknete Bachbett, das allerdings bei starken Regenfällen auch schnell wieder zum Fluß wird, woraufhin der Wanderweg dann gesperrt wird.

Man wechselt etliche Male die Uferseite und es geht immer wieder rauf…

…oder runter.

Der Rückweg ist dann weniger spektakulär, wenn auch sehr steil und kräftezehrend.

01.02.2026
Heute legen wir einen Erholungstag ein und fahren Richtung Puerto Naos. Anders als die Leuchttürme früherer Jahrhunderte ist der von Naos aus Beton und marodiert langsam vor sich hin, obwohl erst 1993 eröffnet.

Schon bei früheren Besuchen war uns aufgefallen, daß das Fundament des Turms den ständigen Angriffen der Salzwasser-Brandung nicht gewachsen scheint…

…und so trägt das Meer immer wieder ab, was die Erbauer verzweifelt zu reparieren versuchen.

Wie aggressiv das Salzwasser ist, kann man an den zerfressenen Steinmauern der Bananenplantagen sehen, die bis hier unten an den Strand reichen, oder am Erhaltungszustand ihrer Eisentüren.

Wir fahren Richtung Las Manchas, von wo aus man den Vulkan Tajogaite gut sehen kann.

Hier oben bei Las Manchas, direkt unter dem neuen Kegel, ist die Straße immer noch gesperrt…

…denn 20m hinter der Absperrung endet die bekannte Straße, da sie von dem breiten Lavastrom überquert wurde,

…der auf dem Weg ins Tal alle Häuser unter sich begraben hat, bis er ins Meer mündete.


03.02.2026
Gestern war der erste Tag unseres Urlaubs, an dem das Wetter etwas verhangen war und vor allem die Berggipfel zu keinem Zeitpunkt wirklich frei waren. Heute ist dagegen wieder ideales Wanderwetter mit blauem Himmel und wir nehmen uns die Strecke von der Kapelle Virgen del Pino zur Cumbre vor. Wegen der Menge der Autos, die schon rund um Kapelle und namensgebende Kiefer parken, stellen wir den Wagen schon etwas unterhalb ab und machen uns an den Aufstieg.

Es geht zunächst durch einen Wald uralter kanarischer Kiefern, bis oberhalb der alte Eselsweg beginnt, der vor dem Bau der Tunnel die einzige Verbindung der West- zur Ostseite war, wo der Handelshafen Santa Cruz liegt.

Während früher die riesige Kiefer an der Kapelle ein Alleinstellungsmerkmal war, ist der Hang heute mit etlichen Riesen bestückt, die mehrere hundert Jahre alt sind.

In zahlreichen Serpentinen windet sich der Eselsweg hoch, oft teilweise oder ganz bedeckt mit den langen Kiefernadeln, die früher von den Bauern oft gesammelt und zum Heizen verwendet wurden. Heute hat man moderne Heizungen und die Nadeln werden nur noch selten abtransportiert und in den Bananenplantagen als Bodenmulch verwendet. Ein Nebeneffekt ist leider, daß die jährlichen Waldbrände sich umso leichter verbreiten, je mehr der Boden mit diesem leicht brennbaren Brandbeschleuniger bedeckt ist.

Das Wetter kann sich hier minütlich ändern und während der Bejenado noch wolkenlos in der Sonne liegt…

…schiebt sich etwas höher bereits die Cascada zwischen die Bäume. Das scheint aber nicht selten so zu sein, denn hier oben hängen Kiefern und die Baumheide voller Flechten.

Oben am Zielpunkt auf der Cumbre wartet ein hungriger Rabe und wir teilen das Brot mit ihm, woraufhin er uns auf dem Rückweg in der Hoffnung auf Nachschlag bis zum Auto verfolgt.

Bereits auf dem Abstieg bemerken wir den Verlust einer roten Weste und wollen schon umkehren, als uns ein Wanderer (einer von dreien, die mit uns auf dem Weg waren) den Hinweis gibt, ganz unten würde eine solche Weste hängen. Wir setzen daher unseren Abstieg fort und ganz unten, kurz vor dem Kiefernwald, hängt sie dann am Baum (im Bild ganz links).
Kleiner Gag am Rande: diese Weste ging bereits schon einmal vor rund 10 Jahren auf La Palma verloren (und wurde wiedergefunden).


04.02.2026
Das Wetter ist immer noch gut und wir fahren in den Norden Richtung Roque de los Muchachos, dem höchsten Berg der Insel. Nach über einer Stunde und endlosen Serpentinen parken wir beim Pico de la Cruz und gehen von dort an der Bergkante entlang Richtung Roque. Der sogenannte Weg beginnt recht felsig…

…aber schon bald können wir in die Caldera hinabblicken.

Am Horizont kann man einige der anderen Kanaren erkennen, hier links La Gomera und rechts El Hierro.

Nach rund einer Stunde sieht man die ersten der auf dem Roque erbauten Observatorien, die zu den besten weltweit gehören.

Auf dem Rückweg werden die Beine schwer. Es geht teils über unbefestigte oder ältere befestigte Wege…

…streckenweise hat man auch begonnen, Teile des Weges ganz neu zu verlegen.

Eben war die Caldera noch frei und man konnte bis unten schauen, jetzt ziehen Wolken hoch, was aber auch ein interessantes Schauspiel abgibt.

Auf der Rückfahrt leuchten die blühenden Mandelbüume, die hier oben im Norden überall an den Hängen wachsen.


06.02.2026
Heute ist der letzte Tag und wir fahren bei herrlichem Wetter noch einmal an das alte Lavafeld des 1949 ausgebrochenen Vulkans San Juan.

Hier hat man ein Besucherzentrum geschaffen, das gerade fertig geworden war, als wir vor 6 Jahren zum letzten Mal hier waren. Hätte man da schon gewußt, daß der neue Vulkan Tajogaite (links im Hintergrund) in wenigen Wochen ausbrechen würde, wäre die Ausstellung vielleicht anders ausgefallen.
Da bei einem Vulkanausbruch die glühende Lava oft an der Oberfläche erkaltet, unten drunter aber weiterfließt, entstehen häufig große Kanäle und Höhlen, von denen man hier einige zugänglich gemacht hat.

Obwohl der Tajogaite mit seinem Ascheregen vieles verschüttet hat, ist an manchen Stellen noch die typische Stricklava zu erkennen, die bei langsam fließender Lava entsteht.

Gegen Mittag fahren wir ein letztes Mal zum Mittagessen an den Hafen von Tazacorte, wo es eine letzte Fischmahlzeit mit papas arrugadas und grüner Mojo gibt.

Das Meer ist seit gestern wieder sehr unruhig, weshalb man vor der Kaimauer ein Absperrband gezogen hat…

…denn auf der Strandseite hat die Brandung bereits den schwarzen Sand bis zur Höhe der Mauer angespült und die ersten Wellen schlagen drüber.

Wir hatten zwei schöne Wochen mit sehr gutem Wetter und schönen Wanderungen. Die Unterkunft war ganz ok, allerdings wäre da nach oben auch noch etwas Spielraum auf dem Zufriedenheitskonto gewesen. Ob wir nochmal herkommen ist eher unwahrscheinlich, die Insel hat sich in den 30 Jahren, die wir sie kennen, schon sehr verändert… und zumindest aus Touristensicht nicht überall zum besseren.

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Azoren – Sao Miguel 03. – 17.05.2025

03.05.2025
Anreise am Vortag ins Hotel bei Frankfurt, Frühstück in der Lounge am Flughafen, Abflug einigermaßen pünktlich kurz vor 10:00h. Trotz 4:40h Flugzeit schon gegen 13:00 beim Autoverleih, da 2 Stunden Zeitverschiebung. Auto übernommen, erstmal nach Ponta Delgada das Nötigste einkaufen, dann Richtung Varzea zum Ferienhaus. Dank vorheriger Recherche finden wir das auch relativ problemlos… nur ist dort niemand für eine Übergabe. Es fängt an zu regnen und alle Versuche, den Vermieter über die angegebene Nummer zu erreichen schlagen fehl… weil niemand drangeht. Gegen 18:00h dann ein Rückruf, dem Anrufer ist aber nicht die Codenummer für den Schlüsselkasten zu entlocken. Die bekommen wir erst – inzwischen stinksauer – nach etlichen Versuchen über WhatsApp. Irgendwann sind wir also endlich drin, machen Abendessen und eine Flasche Wein auf – und verfluchen den Vermieter. Schlechter Start, passend zum Wetter… vielleicht wird’s morgen besser.

04.05.2025
In der Nacht hat es teilweise geschüttet, am Morgen hat der Regen zwar aufgehört, aber alles ist durchnäßt und es zieht Nebel auf. Durch diesen fahren wir nochmal nach Ponta Delgada, wo wir noch einige Einkäufe erledigen und dann zum Naturpark Jardim Botanico Antonio Borges gehen. Hier gibt es etliche exotische Bäume und man hat aus Vulkangestein künstliche Höhlenlandschften geschaffen.

Wir schauen uns anschließend noch den nicht besonders begeisternden Hafen an und nehmen als Highlight des Tages ein Eis im Abracadabra mit, dann geht es wieder nach Hause.

05.05.2025
Heute soll es zumindest bis Mittag trocken bleiben, weshalb wir eine Wanderung um die beiden Kraterseen bei Sete Cidades unternehmen wollen. Wir starten aufgrund der Wetterprognose relativ früh und sind daher die ersten, die am Parkplatz am blauen See (Lagoa Azul) ankommen, von dem noch leichter Morgennebel aufsteigt.

Der Weg beginnt noch einigermaßen entspannt mit leichtem Anstieg, bald sind aber die ersten Spuren der letzten Unwetter zu sehen, die hier auf den Wegen kleine Seen hinterlassen…

…und im Extremfall in gewaltigen Sturzbächen große Ausspülungen schaffen, die den Weg hier aber noch nicht unbegehbar machen.

Je weiter hoch man kommt, desto größer werden die Schäden, die das Wasser hier angerichtet hat. An einigen Stellen ist der Weg komplett in die Tiefe gestürzt und man muß sich einen Umweg suchen…

…also ziemlich querfeldein durch aufgeweichten Untergund.

Zurück auf den Resten des ursprünglichen Weges können wir einen ersten Blick auf den grünen See (Lagoa Verde) werfen…

…kurz vor dem Gipfelpunkt der Wanderung hat man dann den wohl besten Blick auf die beiden hintereinander liegenden Seen, auch wenn der Farbunterschied vom blauen zum grünen See bei der dürftigen Sonne nicht allzu deutlich erkennbar ist.

Oben am offiziellen Aussichtspunkt (Miradouro da Vista do Rei) ist derweil schon die Hölle los. Die Autos stehen Schlange und die Busse karren ständig neue Gruppen an, die ihre Selfies machen und dann wieder abfahren.
Wir machen uns daher ziemlich direkt auf den Heimweg, der vorbei an märchenhaft bemoosten Bäumen…

…und durch eine Auenlandschaft führt, die grüner nicht sein könnte!

Als wir wieder nach etwas mehr als 12 km am Auto ankommen, beginnt es leicht zu nieseln… das Wetter hat also für die Wanderung gehalten!

06.05.2025
Seit der Nacht regnet es wieder und hört erst morgens auf, der Himmel bleibt aber bedeckt, als würde es jeden Moment wieder anfangen…
Wir beschließen, nochmal zum Continente Einkaufszentrum nach Ponta Delgada zu fahren, wo wir noch ein paar Lebensmittel kaufen und eine ziemlich unterirdische Pizza essen… jedenfalls der Espresso hinterher war ok. Als wir wieder aus dem EKZ herausfahren, ist blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, so daß man jetzt mit der Kleidung, die man morgens ausgesucht hatte, unmittelbar zu warm angezogen ist.
Wir fahren wieder Richting Varzea, biegen aber in Ginetes in Richtung Thermal-Meeresschwimmbad ab, das hier noch von Vulkanwärme gespeist wird, wie es auch auf den Kanaren z.B. auf Lanzarote vorkommt. Wir halten am oberen Parkplatz, von dem man auch den Leuchtturm Farol da Ponta da Ferraria sehen kann…

…und machen uns zu Fuß auf den Weg, die Serpentinen hinunter. Zwar ist das Schwimmbad derzeit außer Betrieb, aber die Lavaklippen sehen auch recht interessant aus.

Gerne hätten wir mal ausprobiert, wie warm das Meer hier über den Thermalströmen ist, aber die Flut macht sich gerade bereit und der Seegang zwischen den scharfen Klippen ist zu stark, um gefahrlos hineingehen zu können. So kraxeln wir mühsam über die Klippen…

…und suchen uns ein Plätzchen, von dem aus man dem Meer und den Krabben zuschauen kann. Wirklich unglaublich, wie schnell sich hier das Wetter ändern kann!


07.05.2025
Auch wenn die Wetterprognosen hier nicht besonders zuverlässig sind, glauben wir mal, daß es heute vormittag trocken bleiben wird und fahren schon recht früh zum Wanderparkplatz am Lagoa do Canario, wo wir trotz früher Stunde nicht die ersten sind. Zum Glück wollen aber die meisten hier nur ein paar Bilder auf die unten liegenden Seen machen und die Wanderwege sind wenig bevölkert. So ziehen wir los, teils besonnt, teils in leichter Nebelwolke, aber zumindest ohne Wasser von oben. Da gaaanz oben wollen wir erstmal hin.

Der Weg führt zunächst auf dem Grat der Kraterränder diverser Seen, wo es immer mal kleine Geländer-bewehrte Aussichtspunkte gibt…

Sollte mal gerade eine Nebelwolke die Sicht versperren, muß man entweder ein paar Minuten warten, oder man betrachtet die Seen ersatzweise am GPS-Gerät…

Die Route geht zunächst oberhalb kleinerer Seen entlang, die immer mal wieder von Nebelschwaden verdeckt werden…

…dann steigt man langsam ab zum Lagoa Pasa, der sehr malerisch im Krater liegt und an zwei weiteren Seen vorbei geht es dann wieder auf den Rückweg.

Direkt am See steht eine alte Steinhütte – vielleicht als Unterschlupf bei extremen Regengüssen gedacht – deren innerer und äußerer Bewuchs auf das eigentliche Highlight dieser Wanderung hinweist: es sind weniger die Seen, als die bei diesem Wasserangebot überbordende Flora.

Nicht nur das Rhabarber-ähnliche Mammutblatt (Gunnera tinctoria), das hier allerdings als invasive Pflanze gilt…

…sondern auch die unzähligen Arten von bunten Moosen, Farnen und Flechten säumen den Rückweg und machen diese Wanderung unvergesslich.


08.05.2025
Heute ist das Wetter schon morgens so regnerisch, daß wir die geplante Tour erst gar nicht antreten, sondern durch den Regen Richtung Hauptstadt fahren, um noch einige Einkäufe zu tätigen. Wie so oft, fahren wir bei Regen ins Einkaufszentrum, um nach getätigtem Einkauf die Tiefgarage wieder mal bei unerwartet strahlendem Wetter zu verlassen.

Daher spazieren wir noch etwas durch die Stadt und die Parks und als wir zurückgehen, hängt schon die nächste Regenwolke über der Stadt.

Wir fahren erstmal wieder nach Hause und machen einen letzten Versuch in Mosteiros, das bei uns um die Ecke ist, und auch als Touristenattraktion gilt, da es ein paar interessante Felsen vor der Küste liegen hat. Wir sehen sie uns brav an, finden sie aber weniger aufregend, als ihnen nachgesagt wird und fahren endgültig nach Hause, da es hier kein geöffnetes Restaurant gibt… ist wohl noch nicht die Saison.


09.09.2025
Für heute hatten wir eigentlich die Tour Caldeiras da Ribeira Grande geplant, bei der es rund um einen Wasserfall geht. Nach etwa einer Dreiviertelstunde sind wir dann in Ribeira Grande, wo das Wetter zwar windig aber trocken ist. Oben auf der Höhe aber, wo die Tour stattfinden soll, sieht es dagegen weniger einladend aus…

…weshalb wir erstmal in die Stadt gehen. Die Kirche Igreja Matriz liegt auf dem Weg…

…und wir werfen eine Blick hinein. Die meisten Kirchen sind hier äußerlich im gleichen Stil erbaut, innen gibt es prunkvolle Altäre, von denen ich nur den Seitenaltar aufgenommen habe.

Die Stadt verfügt auch über einen großen Strand, der bei besserem Wetter sicher gut besucht ist…

…so aber bleiben wir nicht lange und nehmen nur im Stadtzentrum einen kleinen Imbiß, der allerdings – wie bisher das meiste Essen hier – für unseren Geschmack eher das untere Ende der kulinarischen Skala markiert. Wir fahren über die obere Küstenstraße zurück und machen nochmal Halt in Mosteiros, wo es am ziemlich leeren Strand gerade ein paar Sonnenstrahlen gibt.


10.0 5.2025
Kaum zu glauben, aber es regnet nicht und der Himmel bringt die ersten blauen Stellen hervor. Heute ist Samstag, deshalb werden die Topziele sicher gut besucht sein und wir suchen uns eine kleine Wanderung in der Nähe aus. Vom Parkplatz der Ortschaft Joao Bom geht es gleich in einen küstennahen Wald voller großer Farne und Calla Lilien, die es hier in der Wildform fast überall auf der Insel gibt.

Es geht stetig bergab – unten können wir bereits Mosteiros sehen – und wir denken daran, daß wir das alles auch irgendwann wieder bergauf gehen müssen…

Je weiter man runter kommt, desto schwieriger und rutschiger wird das Gelände…

…ganz unten überqueren wir dann einen Bach, der offenbar gelegentlich auch mal mehr Wasser führt.

Der schmale Pfad geht ziemlich nahe an der Steilküste entlang, was man aber zum Glück aufgrund der Vegetation nicht überall sieht.

Irgendwann beginnt dann auch der befürchtete Aufstieg, überall blühen Lilien…

…und der kleine Knöpfchen-Knöterich (persicaria capitata), der sich in die kleinsten Fugen setzt.


11.05.2025
Heute ist Sonntag und es ist zu befürchten, daß an den bekannten Wanderzielen einiges los sein wird. Deshalb folgen wir einem Geheimtip, an dem es kaum Touristen geben soll, obwohl er sehr interessant ist. Wenige Kilometer hinter Mosteiros liegt eine kleine Parkbucht an einer malerischen Oase mit Baumfarnen, dort halten wir und ziehen die Wanderschuhe für eine besondere Strecke an.

Hier ist der Eingang zum Tunel Hidraulico, einem vor fast 100 Jahren durch den Kraterrand des Sete Cidades gebohrter Tunnel, der zur Notentwässerung der beiden Seen Lagoa Azul und Lagoa Verde dient, damit das dortige Dorf nicht ständig im Hochwasser versinkt. Durch diesen etwa 1200m langen Tunnel kann man in relativ kurzer Zeit den Lagoa Azul erreichen, auf normalem Straßenweg dauert das mit dem Auto schon gut eine halbe Stunde.

Der Tunnel ist etwa 1m breit und 2m hoch, allerdings sind die 2m gemessen vom Boden, der in der Kanalrinne immer – und in der daneben verlaufenden ‚Service‘-Rinne an vielen Stellen Wasser führt. Wenn man keine nassen Füße bekommen will und keine Gummistiefel dabei hat, ist die einzige Möglichkeit, auf dem mittig verlaufenden Mäuerchen zu balancieren.

Im Tunnel ist es nach wenigen Metern stockdunkel, so daß man auf jeden Fall eine Taschenlampe braucht… zum Glück haben wir eine dabei!

Nicht überall ist der Tunnel ausgemauert, stellenweise stößt man sich den Kopf auch am rohen Fels der Decke. Jedenfalls ist ein Hut hilfreich!

Auf der anderen Seite angekommen liegt der See – um diese Zeit zum Glück noch ohne Touristen. Hier sieht man auch den Schieber, an dem die Durchflußmenge eingestellt werden kann, je nach Niederschlag.

In der Sumpfwiese, unmittelbar am Seeufer, tummeln sich Frösche, die ein Konzert erheblicher Lautstärke geben, die aber bei jeglicher Annäherung verstummen.

Nach einer Wanderung rund um den halben See und einem Kaffee geht es dann wieder zurück, zum Glück auch diesmal ohne Gegenverkehr. War offenbar tatsächlich ein Geheimtip!

12.05.2025
Auf dem Weg nach Ponta Delgada liegt kurz hinter der Ortschaft Feteiras ein Parkplatz mit einem Miradouro, einem Aussichtspunkt, der aus einem ehemaligen Walbeobachtungsposten hervorgegangen ist. Heute werden die Wale nicht mehr gejagt um sie umzubringen, sondern ’nur noch‘, um die Touristen in ihren bunten Booten zu unterhalten.
Hier geht allerdings auch ein relativ kurzer, aber – wie sich noch herausstellen wird – ziemlich anstrengender Wanderweg ab bis hinunter zum Meer, den wir uns heute vorgenommen haben. Ziemlich gleich geht es recht steil hinunter, anfangs in üppiger Vegetation und unter gelegentlich bedrohlichen Felsüberhängen.

Je tiefer man kommt, umso steiler und anstrengender wird der Weg…

Obendrein muß man auch immer wieder den Hinterlassenschaften der Rinder ausweichen… gelegentlich auch den Rindern selbst!

Nach etwa einer Stunde haben wir dann das steinige Meeresufer erreicht…

…und es ist eine kleine Pause fällig, bevor wir uns wieder an den Aufstieg machen.

Im Vergleich zu dem schwierigen Abstiegspfad ist der Rückweg nach oben weniger aufregend, da er über einen zwar unbefestigten, aber ziemlich breiten Weg führt, der auch von den Bauern befahren werden kann, die dort unten Grundstücke bewirtschaften. Allerdings ist auch dieser Weg sehr üppig bewachsen, hier auf der linken Seite mit Kapuzinerkresse und rechts mit Lilien.

Recht verbreitet ist an diesem Weg auch der (hochgiftige) Wollblütige Nachtschatten (solanum mauritanum), der eigentlich aus Südamerika stammt und hier auf den Azoren – wie so einige andere Pflanzen auch – als invasiv gilt.

13.05.2025
Heute gönnen wir uns einen wanderfreien Tag und beschließen, einmal quer über die Insel zu fahren, also von unserem Standort Varzea im äußersten Westen bis nach Nordeste, dessen Name Programm ist. Trotz Autobahn-ähnlicher Straße über weite Strecken dauert diese Fahrt auch ohne Zwischenstop über eine Stunde.

Einen ersten Halt machen wir dann in Porto Formoso hinter Ribeira Grande, wo es einen netten kleinen Hafen gibt… aber leider keinen Kaffee.

Nordeste hat Kaffee, ist ansonsten aber eher enttäuschend und wir ändern die Rückroute so, daß wir in Furnas vorbeikommen, wo es einen See und einen Park gibt, in dem man unter anderem in einem schwefelhaltigen Pool baden kann. Da der Eintritt aber pro Person 17,50€ kosten soll und wir eh nicht in den Schwefelpool wollen, schauen wir uns den Park nur von außen an und finden ihn zwar schön, aber nicht wirklich beeindruckender als den botanischen Garten in Ponta Delgada.

Wir fahren am Lagoa das Furnas vorbei, der wenig besucht scheint…

…da sich die meisten Touristen um die heißen Pools drängen, von denen schwefelhaltige Wasserdämpfe aufsteigen, die beim Einatmen als nicht unbedingt gesundheitsfördernd gelten. Vom sicheren anderen Ufer läßt sich das Schauspiel dagegen deutlich ungefährlicher beobachten.

Einzig das Wetter war im Osten der Insel schöner als bei uns im Westen, aber nette Sonnenuntergänge kann es ja trotzdem geben!


14.05.2025
Um den Lagoa do Canario zu umrunden sind wir heute schon relativ früh aufgestanden, denn der dortige Parkplatz wird auch gerne von den Besuchern des Königsblicks (Vista do Rei) auf die beiden blauen und grünen Seen genutzt. Ein Blick auf die Gipfel der uns umgebenden Kraterberge läßt aber vermuten, daß es dort heute nicht allzu viel Gedränge geben wird, denn es hängt eine dichte Nebelglocke über dem Sete Cidades. Wir fahren trotzdem hoch und sind mit die ersten Parkplatzbesucher. Da (noch) kaum Besucher da sind ist es sehr still und der Nebel schluckt noch die restlichen Geräusche, als wir am See ankommen.

Auf dem Rundweg blühen inzwischen die als Randbefestigung angelegte Azaleenhecken…

Der Aussichtspunkt ins Tal erweist sich erwartungsgemäß mangels Aussicht als nicht allzu spektakulär…

…was dem Azoren-Buchfink aber ziemlich egal ist, der ist das hier gewöhnt.

Auf halber Strecke finden wir noch einen prähistorischen Grillplatz…

…auf dessen Grill vermutlich als letztes ein Stück T-Rex gelegen hat.

Unten im Tal kommt dann später die Sonne raus, aber einen gewissen Reiz hatte die mystische Nebelwanderung schon.


15.05.2025
Das Haus in dem wir wohnen ist ein altes, aber renoviertes Bauernhaus mit großen Räumen und Klimaanlage. Eines der wenigen Elemente, die noch an die ehemalige Architektur erinnern, ist ein Rundbogen in der Küche…

…der noch aus handbehauenen Basaltblöcken besteht.

Der einstmals schön angelegte, inzwischen aber etwas verwahrloste Garten hinter dem Haus beherbergt einige alte Palmen…

…und einen ziemlich alten Drachenbaum zwischen zahlreichen Sträuchern, von denen aber die meisten noch nicht blühen.

Vom dekorativen Zierbrunnen in der Mitte des Gartens…

…kann man nach rechts blickend den Sonnenuntergang beobachten, wenn das Wetter es denn zuläßt.

16.05.2025
Letzter Tag, morgen geht es zurück in die Heimat. Wir machen einen letzten Ausflug in die nähere Umgebung, wollen uns einige dieser alten Windmühlen oder -ruinen ansehen, von denen wir eine auch aus unserem Garten in der Ferne sehen können.

Die Moinho da Bibi ist die erste Ruine, die auf dem Weg liegt. Sie hat zum Schutz gegen weiteren Verfall eine Haube bekommen, die aber zu modern aussieht, um den Charakter des alten Gebäudes zu erhalten.

Auch die nächste Mühle wurde restauriert und ist sogar bewohnt, wirkt aber mit dem modernen Aufsatz auch nicht wirklich authentischer.

Was aber auffällt, ist daß langsam die Natur explodiert, überall blüht es…

…sogar die ersten Hortensien gehen auf… in ein bis zwei Wochen wird wohl die ganze Insel vor Blüten strahlen… aber dann leider auch vor Touristen!

Ein letztes Mal schauen wir hinunter auf Mosteiros, wo wir gelegentlich essen waren und auch dort bemerkt man eine deutliche Zunahme an Touristen.

Zeit für ein Résumé. Was die Natur betrifft, so ist die Insel wunderschön, sicher hauptsächlich dem vielen Regen geschuldet. Dieser ist dann auch einer der Wermutstropfen im Wohlfühlpaket des Standard-Touristen… es gibt kaum einen Tag, an dem es nicht wenigstens irgendwann und irgendwie regnet.
Wohnen wollten wir hier nicht unbedingt, da man doch z.B. für die meisten Einkäufe in die Hauptstadt fahren muß. Sicher wird die Entwicklung weiter rapide voranschreiten, wenn man bedenkt, daß es bis in die 90er Jahre hier noch kein größeres Kaufhaus gab und die Bewohner der kleineren Inseln komplett autark sein mußten, da es dort gar keine Geschäfte gab. Es war interessant alles zu sehen, aber weder so spektakulär, daß wir das wiederholen müßten, noch von der Freundlichkeit der Insulaner oder vom gastronomischen Angebot her besonders herausragend. Wir wollten es mal sehen, das haben wir getan, es war interessant, aber anderswo ist es nicht weniger schön, bestenfalls eben anders.

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Gran Canaria – Résumé

Der Rückflug verspätete sich um etwa eine Dreiviertelstunde, was man aber heutzutage inzwischen schon unter „einigermaßen pünktlich“ einordnet. Auch das Treffen mit dem Taxifahrer in Düsseldorf klappte ganz gut, so daß die Rückfahrt relativ entspannt verlief.

Insgesamt bleibt festzustellen, daß das Landesinnere von Gran Canaria einige schöne Stellen hat, die – wenn auch nicht so vielseitig wie auf La Palma – es sich durchaus zu bewandern lohnt. So fern man das Glück hat, dort in der Nähe eine Unterkunft zu finden, läuft der Erholung wenig entgegen, der Tourismus ist dort in den Bergen hauptsächlich von Tagesausflüglern geprägt und zahlenmäßig durchaus erträglich.

In unserem Fall war es so, daß wir diesmal aus privaten Gründen nicht langfristig buchen konnten und daher nur noch eine Bleibe in den südlichen Ballungsgebieten aussuchen konnten. Mit Puerto Rico dachten wir schon, das Schlimmste vermieden zu haben, zum Glück war es dann aber nicht direkt Puerto Rico, sondern die Nachbarbucht Los Almadores (die für unsere Verhältnisse rein von der Bebauung her schon schlimm genug war). Tagsüber präsentierte sich die Bucht so…

…was wir aber selten sahen, da wir meistens nach einem kurzen Frühstück aufgebrochen sind. In der Nacht spielt die Insel den durch große Solar-und Windkraftflächen erzeugten billigen Strom aus:

Daß das aber die erträglichere Bucht ist, wird erst so richtig klar, wenn man die andere Seite an der Bucht von Puerto Rico sieht, wo tatsächlich jeder Quadratmeter mit diesen einförmigen Karnickelställen bebaut ist…

…aus denen tatsächlich das Hauptangebot für den Tourismus besteht. Offenbar gibt es aber genug potentielle Kunden, denn es wird auch derzeit noch munter weiter gebaut, angeblich inzwischen aber etwas anspruchsvoller. Dem widerspricht allerdings die Architektur, aber zumindest wird es anscheinend bunter:

Insofern: wir haben für uns das Beste daraus gemacht, ein paar schöne Wanderungen gehabt und hier und da noch ein nettes einfaches Lokal im alten Stil gefunden, das soll’s dann aber auch gewesen sein… vermutlich wird es uns eher nicht noch einmal hierher verschlagen!

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Gran Canaria 2023 – Wanderung bei Tejeda

Die letzten Tage unserer diesjährigen Kanaren-Auszeit sind gekommen und wir machen uns auf eine Wanderung rund um Tejeda, das als schönster Ort Gran Canarias gilt.
Gleich hinter unserem Parkplatz geht es mit ordentlicher Steigung los…

…und bald wandern wir unterhalb unseres alten Bekannten, dem Roque Nublo.

Der Weg ist recht abwechslungsreich, man geht sowohl durch kleine Bambuswälder als auch durch verwilderte Mandelpflanzungen.

Der Mandelanbau im großen Stil lohnt sich hier für die Bauern nicht mehr, nur für den Eigenbedarf und für die inseleigenen Mandelbäckereien wird noch geerntet. Deshalb finden sich auch noch beliebige Mengen ungeöffneter Mandeln am Weg, man braucht sich nur zu bücken…

Nach etwa dreieinhalb Stunden sind wir wieder am Auto und fahren das kurze Stück ins Dorf, wo wir zu Mittag essen.

Auf dem Weg zum Parkplatz begrüßt uns ein Kanaren-Girlitz, der Urvater des Kanarienvogels.

Auf der Rückfahrt gibt es wieder tolle Ausblicke auf die Berge, im Hintergrund schaut Teneriffa aus seinem Wolkenbett…

…das wir auch abends von der Terrasse aus in der untergehenden Sonne gut sehen können.

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Gran Canaria 2023 – Caldera de Bandama

Im Osten der Insel gibt es einen erloschenen Vulkankrater, den wir uns heute ansehen. Die Fahrt ist zwar lang, allerdings geht es in Richtung Maspalomas – Las Palmas, also zunächst über die Autobahn. Bis man dann am Pico de Bandama ist, dauert es nach der Autobahnabfahrt noch eine ganze Weile und etliche Haarnadelkurven.
Oben vom Pico kann man dann in die Caldera des Bandama hineinschauen…

…etwas weiter unten ist der Einstieg in einen Wanderweg, der zunächst über sehr rutschige Pillenschlacke hinunter in den Kessel führt…

…und unten in einer Oasen-ähnlichen Vegetation mündet.

Nicht alle sind so harmlos wie der Riesen-Löwenzahn…

…bei der Stachel-Opuntie muß man schon aufpassen!

Auf dem Heimweg fahren wir über Teror (mit einem r), dessen ganze Altstadt unter Denkmalschutz steht, wo wir auch einkehren, bis wir wieder über die GC1 zurückfahren.

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Gran Canaria 2023 – Roque Nublo

Die bekannteste Felsformation auf Gran Canaria ist wohl der Roque Nublo, der einem aus der Ferne wie eine schmale Felsnadel vorkommt, tatsächlich aber ein stattlicher Brocken ist, was wir uns heute einmal selbst ansehen wollen.
Wir brechen relativ früh auf, denn zum Ausgangspunkt ist es fast eine Stunde Fahrt über Mogán und eine kleine gewundene Gebirgsstraße. Als wir ankommen, ist der Parkplatz schon gut besucht, wir bekommen einen der letzten Plätze und machen uns an den Aufstieg. Schon bald hat man den ersten Ausblick auf die Strecke, die wir gekommen waren.

Noch ist die Strecke bewaldet und man kann den Roque Nublo bereits sehen…

…bald werden Strecke und Umgebung aber zunehmend felsiger.

Dann sind wir auf dem Gipfel-Plateau… und wir sind nicht die ersten.

Anhand der Besucher wird auch das Größenverhältnis der „Felsnadel“ klar.

Jetzt haben wir uns eine Frühstückspause verdient…

…und genießen die einmaligen Ausblicke bei bestem Wetter.

Als wir wieder absteigen, hat sich der Parkplatz beängstigend gefüllt, wer keinen Platz mehr auf dem Parkplatz bekommen hat, parkt am Straßenrand. Diese Parkreihe zieht sich über einen Kilometer…

Wir fahren die gleiche einsame Gebirgsstraße zurück, die wir gekommen sind, so haben wir kaum Gegenverkehr, denn die meisten Besucher kommen über die breitere Straße von Maspalomas. Ein letzter Blick auf den Roque durch die hier oben sehr zahlreich blühenden Mandelbäume.

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Gran Canaria 2023 – Wanderung bei Santa Lucia

Obwohl Santa Lucia nicht weit von San Bartolomé liegt, ist die Gegend unterschiedlich. Wir parken im Dorf und beginnen den ca. 14km langen Rundweg, der zunächst in Richtung Berge verläuft.

Einige Kilometer geht es durch blühende Büsche und überall begleiten uns kleine Feuerfalter.

Schon bald kann man in der Ferne las fortalezas sehen, bizarre Felsformationen, die fortaleza grande läßt sich durch eine große Höhle durchqueren…

…deren Gewölbe aber ziemlich brüchig wirkt. Der Boden ist bedeckt mit großen Steinen, die anscheinend aus der Decke ausgebrochen sind und man ist froh, sie heil durchqueren zu können.

Nach dem Abstieg von der Höhle…

…ist das nächste Ziel der zur Zeit leider ausgetrocknete Stausee von presa de los hornos

…von dem aus es über eine lange und steile Betonpiste weitergeht.

Nach etlichen langen Kilometern geht es dann endlich wieder ins offene Gelände.
Insgesamt sind die Wanderwege auf Gran Canaria _ verglichen mit La Palma – nicht besonders gut beschildert oder gepflegt, ohne GPS-Gerät hätten wir uns mehrmals verlaufen.

Bald geht es quer durch verwilderte Gärten…

… ebenso verwilderte Bambushaine…

…oder Opuntienfelder.

Nach mehr als vier Stunden sind wir dann ziemlich geschafft wieder in Santa Lucia. Das war die bisher anstrengendste Wanderung!

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Gran Canaria 2023 – Puerto de Mogán

Wenn man von der Terrasse unseres Appartements in Richtung Teide schaut, sieht man die Landzunge, auf der sich der Hafen von Mogán befindet. Zwar nur zwei Buchten weiter, muß man trotzdem über die neue Schnellstraße dorthin fahren, denn die alte Küstenstraße wurde bedauerlicherweise für den Autoverkehr gesperrt.

Vom ehemaligen Fischerdorf ist kaum noch etwas übrig geblieben, seitdem der Ort für den Tourismus entdeckt wurde. Trotzdem hat man es hier wesentlich besser verstanden, den ursprünglichen Charakter des Ortes zu bewahren, als das in den meisten anderen Orten – wie auch in Puerto Rico – der Fall ist.
Entlang der Marina wurden die ehemaligen Fischer-Behausungen durch kleine Hausreihen ersetzt, die weitgehend im spanischen Stil gehalten…

…und größtenteils schön bepflanzt sind.

Da heute Samstag ist und die Lokale am Wochenende üblicherweise noch voller sind als sonst, entschließen wir uns, selbst ‚zu Hause‘ zu kochen und nehmen uns den Fisch von hier mit, frischer wird er wohl nirgends sein.

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Gran Canaria 2023 – Wanderung bei San Bartolomé

Für diese Rundwanderung, die rund 15km lang sein wird, brechen wir schon relativ früh auf und fahren die kurvige Strecke bis zu dem Dörfchen San Bartolomé de Tirajana, das früher den interessanten Namen Tunte trug. Hier startet der Weg…

…der sich bei strahlendem Wetter als recht steinig erweist.

Die erste Rast gönnen wir uns erst, als wir die 400m Anstieg geschafft haben und es vor dem sonnigen Bergpanorama erst einmal für einige Kilometer relativ flach weitergeht.

Als wir etwa die Hälfte des Weges hinter uns haben, trübt sich das Wetter etwas ein, aber noch bleibt es warm und trocken. Über den Gipfeln zieht etwas Nebel auf, der noch vor uns liegende Weg ist aber noch gut zu erkennen.

Dann ist der flache Streckenabschnitt geschafft und es geht an den recht rustikalen Abschnitt, den wir besser noch im Trockenen hinter uns bringen sollten…

Je tiefer wir wieder kommen, umso mehr klart es wieder auf, die Wolken bleiben auf Gipfelhöhe! Gleichzeitig tauchen wir in eine bizarre Felslandschaft ein…

…die ziemlich locker zu sein scheint, was gelegentlich etwas bedrohlich wirken kann.

Hier setzt auch die Vegetation wieder ein und zwischen blühenden Wiesen und Mandelbäumen erreichen wir nach 16,4 km wieder unser Auto am Parkplatz bei der Dorfkirche.

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Gran Canaria 2023 – einmal rundrum…

Heute wollen wir die Insel einmal komplett umfahren, zumindest so weit das geht, denn Teile des Westens stehen unter Naturschutz und sind nicht befahrbar, Wir starten recht früh auf der Autobahn Richtung Osten, und wollen die gesamte vorhandene Autobahnstrecke bis zum Ende im Norden fahren (rote Strecke). Es geht vorbei an Maspalomas und weiter Richtung Las Palmas. Dieser Teil der Insel ist allerdings ziemlich häßlich und hauptsächlich von Industrie geprägt. Vor der Hauptstadt biegen wir ab, um nicht in das Verkehrsgewühle zu kommen und fahren ein Stück an der Nordküste entlang bis zum derzeitigen Autobahnende bei Agaete.

Puerto de Agaete hat einen kleinen Fährhafen mit langer begehbarer Kaimauer und einen schönen Blick auf die Berge, die den Beginn des Tamadaba Naturparks markieren. Hier trinken wir einen Kaffee und machen uns dann auf den zweiten Teil der Inselumrundung (blau), der zwar landschaftlich schöner, fahrtechnisch aber deutlich anstrengender ist.

Auf schmalen Landstraßen geht es durchs Gebirge…

…oft vor spektakulärer Kulisse.

Bei Acusa Verde gibt es restaurierte Häuser, die direkt in Felshöhlen gebaut sind und in der ursprünglichen Form schon von den Ureinwohnern genutzt wurden.

Über Artenara, das höchst gelegene Dorf der Insel, erreichen wir schließlich Tejeda, das dagegen als das schönste Dorf der Insel gilt, wo wir zu Mittag essen.

Der Rückweg führt weiter durch das Vorgebirge, wo in dieser Höhe noch die Mandelbäume blühen…

…immer begleitet vom Panorama des Teide am Horizont.

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