13.02.2017
Aufgrund von Internet Problemen diesmal etwas verzögert…
Der Flug begann schon mit Verspätung, weil die Tragflächen nochmal enteist werden mußten, ein Wunder, daß beim allgemeinen Sparwahn der Fluggesellschaften die Kosten dafür nicht den Fluggästen in Rechnung gestellt wurden, denn inzwischen hat das Billigflugniveau selbst bei Condor den Nullpunkt erreicht, wo es weder etwas zu essen, noch zu trinken gibt… nichtmal ein Glas Wasser… das war im letzten Jahr noch anders. Zum Glück hatten wir wenigestens die Sitze vor dem Notausstieg, die zwangsläufig etwas mehr Beinfreiheit gestatten müssen, denn durch diesen Gang sollen ja im Notfall die Fluggäste die Maschine verlassen und ja, auch die Dicken. Auch wenn man die viereinhalb Stunden speziell in dieser Sitzreihe nicht in absoluter Taschenmesserhaltung verbringen muß, sind die Zeiten wohl endgültig vorbei, wo man als Economy Reisender entspannt dem Urlaub entgegenschwebte. Ich entsinne mich noch wehmütig, wie zB 1986 auf dem Weg nach Menorca in der Tristar von LTU (beide auch längst Geschichte) jedem Fluggast erstmal ein Piccolo serviert wurde und im Verlauf dann ein opulentes Mahl…
Die Landung gelang erst beim zweiten Versuch und zwar entgegen der sonst üblichen Richtung. Ansonsten glaube ich einfach mal, daß der kontrollierte Absturz, der uns dann nach dem Durchstarten im zweiten Anlauf als Landung verkauft wurde, mit den Windverhältlissen zusammenhing. Zumindest hat sich beim Verlassen des Fliegers der ein oder andere irritiert umgeschaut, ob vielleicht irgendwo hintern ein großes L auf dem Rumpf klebt…
Das Haus empfing uns wie immer mit seinem unschlagbaren Blick übers Meer, so daß wir gar keine Lust hatten, nochmal runter ins Dorf zum essen zu fahren, sondern es uns gleich oben bis zum Sonnenuntergang gemütlich machen konnten, da wir schon auf dem Herweg vom Flughafen eingekauft hatten. Vieles hat sich in den 25 Jahren geändert, die wir mittlerweile herkommen, aber zuindest unsere Rotweinsorte gibts noch.

14.02.2017
Da wir beiden momentan nicht optimal fit sind, haben wir für den ersten Versuch ausnahmsweise mal keine Erstbesteigung eines Achttausenders geplant, sondern gehen unseren altbekannten steilen Weg zum El Time hoch.

Vermutlich haben wir noch nie so viele Pausen gemacht, aber letztlich zählt ja nur, daß man oben ankommt. Als das dann endlich der Fall ist, bin ich im Café spontan der Hingucker mit meiner Legionärsmütze, die ich vor lauter Durst vergessen habe auszuziehen.

Mit ziemlich wackligen Knien kommen wir dann irgendwann wieder unten an, während sich der Himmel langsam bewölkt, was hier eher ungewöhnlich ist. Nach einem Abendessen in der Fischkneipe von El Remo gibts dann noch einen Absacker auf der Terrasse… und der Himmel hat sich schon so weit zugezogen, daß die Sonne nur noch ganz kurz rausschauen kann.

Nachts geht dann die Welt unter. Sturzbäche laufen vom Dach des Hauses und bei den Begleitgeräuschen fällt mir wieder mal ein, daß die Insel ungefähr wie eine Möhre ausschaut, die nur zu einem Achtel aus dem Meer schaut, der Rest des extrem steilwandigen Vulkankegels ist unter Wasser… hoffentlich ist das morgen auch noch so…
15.02.2017
Selbst am Vormittag regnet es noch. Da der Internet Router am Pool hängt, bin ich bei suboptimalem Wetter mit dem Haus im Funkschatten und muß mit dem Laptop zum Pool laufen, wenn ich mal Mails oder Wetter sehen will. Dabei erwischt mich der letzte Vormittagsguß und ich beschließe ebenso spontan wie naß, mir in Los Llanos wieder eine Prepaid Card für meinen Wingle Stick zu holen, mit dem ich im Haus mein eigenes Wlan erzeugen kann und den Pool nur noch zum Schwimmen aufsuchen muß.
Ansonsten hält sic der erwartete Muskelkater in Grenzen, so daß wir morgen nochmal ein paar Schritte wagen werden. Jetzt gibts erstmal was zu futtern und anschließend den obligatorischen sundowner…

