An der Kirche von Las Nieves soll eine der schönsten Wanderungen der Insel losgehen. Auch sie geht entlang der vor über hundert Jahren installierten Wasserkanäle, ähnlich der Wanderung zu den Marcos y Cordero Quellen.
Schon am Anfang, wo die Route noch über eine breite Piste geht, gibt es Hinweise darauf, daß es nicht ganz einfach werden wird.

Bald wird der Weg schmäler und man hört am ständigen Rauschen und Glucksen, daß man bereits entlang der uralten Wasserleitung läuft, die hier noch – mit vermoosten Decksteinen geschützt – überirdisch verläuft.


Nach wenigen Kilometern kommen uns zwei Wanderer entgegen, die von einer Baustelle berichten, an der man sie nicht weitergelassen habe, die Strecke sei geschlossen. Wir beschließen, trotzdem bis zur Baustelle zu gehen, damit die lange Anfahrt nicht ganz umsonst war und bald erreichen wir auch schon den ersten Bagger…

Als wir die Arbeiter fragen, ob die Strecke geschlossen sei, sagt man uns allerdings nur, daß sie – auch aufgrund der von ihnen verursachten Ausschachtungen – ziemlich gefährlich sei… aber nicht geschlossen. Also gehen wir weiter und nachdem wir die doch nicht so gefährliche Baustelle hinter uns gelassen haben, erreichen wir bald den ersten beeindruckenden Felsüberhang, den man für die – auch hier noch abgedeckte – Wasserleitung geschaffen hat.



Durch eindrucksvolle Landschaft geht es stetig bergan… weit und breit ist niemand zu sehen, offenbar haben sich auch andere durch die Baustelle abschrecken lassen.


Während es recht nahe am Abhang immer höher hinauf geht, kann man auf der anderen Seite des Barrancos bereits die ‘Fenster’ des ersten Tunnels sehen, durch den unser Weg führt.


Der schmale Pfad entlang des Felsens ist stellenweise abgerutscht, was die Sache nicht vereinfacht…

…aber dann sind wir oben und steigen in den ersten von mehreren Tunneln ein



Einer der Tunnel ist teilweise eingestürzt, aber da die Wasserleitung noch funktioniert, sieht man offenbar keinen weiteren Handlungsbedarf…

…mit etwas Gekletter läßt sich die Stelle aber passieren und bald haben wir den letzten Tunnel erreicht…


…hinter dem sich ein grandioser Blick über den Barranco de Madera und im Hintergrund auf den verschneiten Teide bietet

Immer wieder gibt es Steinschlag oder Erdrutsche auf dem Weg (was auch vorher angekündigt war) und der Weg geht recht nahe an dem Barranco vorbei, in den man mehrere hundert Meter hinabschauen kann…


Der Abstieg zur Kirche von Las Nieves erfolgt durch einen mehrere Kilometer langen gewundenen Waldweg, der weitgehend mit einem weichen Teppich aus Kiefernnadeln belegt ist…

…und nach viereinhalb Stunden sind wir wieder am Parkplatz… es war tatsächlich eine der schönsten Wanderungen… sicher auch, weil wettertechnisch alles gepaßt hat!