La Palma 2019 – The games are opened…

Da wir mittlerweile schon Probleme haben, die viereinhalb Stunden Flugzeit bei den heutigen Sitzabständen problemlos zu überstehen, haben wir dieses Mal versuchsweise ‘Premium Economy’ gebucht. Was uns an dem Angebot eigentlich interessierte, war im Grunde nur die Tatsache, daß dabei der mittlere Sitz frei bleibt. Da dadurch aber nicht zwangsläufig die Beinfreiheit größer wird, hat sich Condor noch ein paar weitere angebliche Vorteile einfallen lassen, die man bei der Premium-Buchung dazu bekommt: ein paar Kilo mehr Gepäck und schnelleres Einchecken durch gesonderte ‘premium lane’, kostenlosen Kopfhörer, ein Essen, und … und…

Der erste Dämpfer kommt beim Vorabend Check In: wir stehen in der gleichen Schlange wie alle, denn es ist nur ein einziger Angestellter von Condor da…
Am nächsten Morgen kommt in der waiting lounge der nächste Gag: es wird angekündigt, daß die Premium Bucher zuerst einsteigen können… da der Flieger aber ziemlich weit draußen auf dem Flughafengelände steht, werden die Fluggäste mit Bussen dorthin gefahren… natürlich alle zusammen im gleichen Bus, insofern ist auch dieser angebliche Vorteil Makulatur.Die ‘Premium’-Sitze sind wie gesagt ganz normale Sitze mit der gleichen Bein(un)freiheit wie bei allen anderen auch. Lediglich den Mittelsitz zahlt man zusätzlich, damit er frei bleibt, man könnte sich also theoretisch quer setzten, wenn das denn den Sitzkomfort irgendwie verbessern würde, was in der verkrümmten Haltung natürlich nicht der Fall ist.
Dann kommt der Clou: das sogenannte ‘Essen’! Da wir einmal vegan und einmal vegetarisch vorbestellt hatten, waren wir auf diese Unterschiede schon ziemlich gespannt. Der ständig grinsende und penetrant gute Laune verbreiten wollende Saftschubser kam also – ganz in business class Manier – und kündigte an, ‘jetzt eindecken’ zu wollen. In der Business Class erhält man an dieser Stelle unter anderem die Tischdecke, hier faltet der Stewart eine stinknormale Papierserviette vor einem auseinander und kündigt den lunch an. Der kommt nach kurzer Zeit mit der Bemerkung, daß vegan und vegetarisch das gleiche sei und wir deshalb beide Milchreis bekämen. Den letzten Milchreis hat man mir im Vorschulalter kurz nach dem Krieg angeboten und ich erinnere mich trotzdem, daß ich ihn als Reis erkennen konnte. Die undefinierbare zerkochte Zuckerpampe, die man hier in einem Plastikförmchen mit Alufoliendeckel erhält, würde man ohne entsprechenden Hinweis nie als Reis erkennen… und ich bin wirklich nicht anspruchsvoll. In einem weiteren, noch kleineren Förmchen wird noch eine undefinierbare Schaum-Masse angeboten, die völlig ungenießbar ist, selbst wenn man den Vergiftungstod aufgrund rückseitiger Inhaltsbeschreibung nicht fürchtet, die nicht nur alle Arten von Zucker und Farbstoffen ausweist…

Den Kopfhörer gab es natürlich auch nicht, wozu auch, der Flieger hatte schließlich gar kein Audio/Videosystem. Von einigen empörten Fluggästen angesprochen, wurde das mit der Tatsache erklärt, daß der Flieger aus der übernommenen Konkursmasse von Air Berlin stammt, die als absoluter Billigflieger kein Unterhaltungssystem hatten. Tolle Begründung…

Immerhin hat der Flug letztlich doch irgendwie geklappt, wir sind planmäßig angekommen und konnten als erste mit unserem Mietwagen wegfahren, weil wir mittlerweile Gepäckabholung und Mietwagen als eingespieltes Team zweigleisig – also gleichzeitig machen. Schnell noch in El Paso eingekauft (zufällig den einzigen offenen Supermarkt angefahren… heute ist hier Feiertag: hl. 3 Könige) und kurze Zeit später am Haus eingetroffen. Abendessen gemacht, Flasche Hoyo de Mazo geöffnet, Sonnenuntergang genossen… angekommen!

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