24.01.2026
Das Taxi war pünktlich um 06:00 Uhr, die Fahrt nach DUS verlief zum Glück ohne angekündigtes Glatteis mit Schneegestöber. Der Flug war ok, auch wenn man inzwischen nicht mehr wirklich erkennen kann, was denn diese angebliche Business Class ausmachen soll, außer daß der Mittelsitz frei bleibt. Mietwagen-Übernahme und Ersteinkauf im Hiper Dino klappte auch noch, dann fing das Chaos an:
Die angegebene Adresse wurde zwar vom Navi gefunden, an dieser Stelle befand sich aber weder das gemietete Ferienhaus noch jemand, der hätte Auskunft erteilen können. Nach etlichen Befragungen Einheimischer und etlichen Telefon-Versuchen (kein Netz) gelang es dann nach fast 2 Stunden, den Vermieter zu kontaktieren, der dann nach weiteren 20 Minuten ohne sichtbares schlechtes Gewissen erschien und aufschloß. Das wars dann… auch keine weiteren Erklärungen zu Geräten, TV, WLAN etc… das kennen wir auch schon besser. Andererseits scheint die Tendenz insgesamt in diese Richtung zu gehen, daß die Vermieter eher uninteressiert sind, sie bekommen die Bude ja sowieso vermietet, warum dann anstrengen.
Das Wetter ist jedenfalls gut, erster Sonnenuntergang und Sundowner auf der Terrasse, morgen kanns dann richtig losgehen.

25.01.2026
Das Haus liegt mitten zwischen Bananenplantagen, die schon in der Sonne liegen als wir aufstehen.

Vom Eßbereich aus schaut man in den üppigen Palmengarten, dessen Pool morgens mit dem Frischwasser geflutet wird, dessen Überschuß unten in die Plantage läuft.

Wir machen uns nach dem Frühstück zu Fuß auf und gehen durch die Plantagen Richtung El Time. Die riesigen Scheinblüten der Bananenstauden sind immer wieder beeindruckend…

…und nach rund 1.5km haben wir den Abstieg vom Time nach Puerto Tazacorte erreicht. Hier geht es in etlichen Serpentinen hinab und wir haben uns ein Mittagessen verdient.

Der Aufstieg ist leichter zu gehen, kostet uns aber etliche Verschnaufpausen… vor 30 Jahren war das irgendwie einfacher…
Hin und wieder wächst am Straßenrand ein großer Rizinusstrauch oder es blüht noch ein Weihnachtsstern, den es bei uns nur in Blumentöpfen gibt.


Rechtschaffen müde sind wir am Nachmittag wieder zu Hause und nehmen das Abendessen auf der Terrasse beim Sonnenuntergang.

26.01.2026
Montag, Wochenbeginn… wir fahren erstmal nach Los Llanos, um die restlichen Einkäufe zu besorgen. Optisch hat sich hier einiges verändert, die alten Häuser verschwinden immer mehr und modernere Bauten beherrschen das Stadtbild weitgehend. Immerhin sind noch viele der alten Bäume geblieben, die Lorbeer-Riesen an der Plaza, die Tulpenbäume an den Avenidas und hier und da hat eine Bougainvillea eine hohe Palme erobert.

Nach den Einkäufen und einem Imbiss in einem der Straßencafés fahren wir Richtung Puerto Naos, wobei wir zwangsläufig an dem riesigen Lavafeld vorbeikommen, das der neue Vulkan Tajogaite (rötlich im Hintergrund) bei seinem Ausbruch vor drei Jahren hinterlassen hat. Inzwischen ist wieder eine neu Straße geschaffen, das Dorf Todoque ist allerdings vom Erdboden verschwunden.

In Puerto Naos kehrt langsam wieder die Tourismus-Normalität ein, nachdem der Zugang jahrelang wegen austretender Vulkangase gesperrt war. Zwar hält sich der Ansturm am Strand noch in Grenzen, aber insgesamt scheint es wieder aufwärts zu gehen.

Am Nachmittag fahren wir wieder in unsere sonnige Plantagen-Residenz zurück und eine sehr mutige Frau testet den Pool bei gefühlten Wassertemperaturen nahe dem Gefrierpunkt.


27.01.2026
Durch den Wetterbericht ermutigt, fahren wir am Vormittag zum Refugio del Pilar hoch. Angenehme Veränderung: die Straße wurde endlich neu geteert, so daß man nicht mehr die Schlaglöcher bis zum großen Grillplatz zählen muß, wo die Wanderung auf der Cumbre Vieja beginnt. Die Anzahl der Grillhütten, Bänke und auch Parkplätze wurden zwischenzeitlich vervielfacht und es fahren jetzt auch Busse hier hoch, so daß wir das Schlimmste befürchten. Zum Glück stellen sich die Befürchtungen als grundlos heraus, wir begegnen bei unserem Aufstieg keiner einzigen Gruppe und nur wenigen Wanderern.
Die Kiefern haben sich nach den großen Waldbränden gut erholt und nach den starken Regenfällen der vergangenen Wochen sprießen überall neue kleine Kiefern. Die Größe der Zapfen ist immer wieder beeindruckend.

Während sich unten die Bewölkung immer mehr verdichtet, haben wir oben bestes Wetter.

Es geht vorbei am Krater des Hoyo Negro, der durch die heftigen Unwetter der letzten Zeit immer weiter einbricht…

…bis wir am Lavasee angekommen sind, von wo man den besten Blick auf Teneriffa und La Gomera hat.

Der Abstieg geht wieder in die Beine und den Rücken und wir sind froh, als wir uns mit einem Abendessen in Puerto Tazacorte belohnen können.

28.01.2026
Die gestrige Wanderung in den Knochen haben wir heute nichts besonderes vor und fahren für ein paar Einkäufe in die Stadt. Auch wenn es nur wenige Kilometer sind, dauert es seine Zeit, denn es sind enge Straßen, viele Serpentinen und man fährt ständig die Berge rauf und runter. In Los Llanos angekommen, gibt es erstmal ein zweites Frühstück bei „Elvis“, bevor wir uns an die Einkäufe machen.

Unser Ferienhaus liegt am Rande einer Bananenplantage inmitten eines Palmengartens.

Über eine außen angebrachte Wendeltreppe gelangt man auf die Dachterrasse, wenn man es denn heil an der Stechpalme vorbei geschafft hat.


Von der Wendeltreppe aus kann man in die angrenzende Bananenplantage schauen…

…oben hat man dann den totalen Rundblick.

29.01.2026
Nach dem Ausbruch des Tajogaite im September 2021 war zunächst der Weg in den Süden der Insel versperrt, weil die Lava die entsprechenden Straßen verschüttet hatte. Nachdem man zunächst viele Monate warten mußte, weil der Untergrund noch zu heiß war, sind inzwischen neue Straßen gebaut und wir testen die Strecke, indem wir uns nach Fuencaliente ganz im Süden aufmachen.
Die Strecke ist doppelt so breit wie früher und sehr modern mit Gelegentlichen Überholstreifen, bis auf wenige hundert Meter scheint alles fertig zu sein. Fuencaliente hat sich nicht sonderlich verändert, außer daß es – wie alle Siedlungen hier – merklich größer geworden ist. Wir trinken einen überteuerten Kaffee und fahren zur Saline hinunter, in der das Teneguia Meersalz gewonnen wird, das es überall auf der Insel zu kaufen gibt. Interessanterweise ist das Salz in allen Erscheinungsformen hier unten am Herstellungsort am teuersten, weshalb wir es auch üblicherweise im Supermarkt kaufen. Nahe der Saline stehen noch die beiden Leuchttürme, der kleinere alte, der mittlerweile geschlossen ist und der neue, der nachts in Betrieb ist.

Vor Jahren waren es noch einige wenige Salzbecken, inzwischen hat man ordentlich ausgebaut…

…und rund um die Becken läuft man durch „Speisesalz“.

Zurück fahren wir über Mazo und Santa Cruz und freuen uns aufs Abendessen, denn es gab als Wegzehrung nur eine kleine kanarische Banane.

30.01.2026
Der Mercadillo in El Paso, den wir heute am Freitag besuchen wollten, ist leider zu einem Souvenir-Trödelmarkt mutiert und es gibt nichts Markt-übliches mehr wie Gemüse oder Früchte. Daher fahren wir für die Einkäufe kurz nach Los Llanos, wo zur Zeit die Tulpenbäume blühen.

Am Nachmittag machen wir uns auf, um zum Bergcafé El Time zu wandern, was laut GPS Gerät auch querfeldein funktioniert.


Von der Terrasse des Cafés hat man einen guten Blick über das Aridanetal und das schwarze Lavafeld des Vulkans Tajogaite


Unser Weg zurück führt über offizielle Wege, vorbei an üppig tragenden Bananenplantagen,

hin und wieder sieht man die echten Bananenblüten zwischen den Blättern der riesigen violetten Scheinblüte.

31.01.2026
Da das Wetter immer noch gut ist, fahren wir in den Norden, um im palmerischen Urwald den Barranco La Zarza zu bewandern. Das Ende der 90er Jahre errichtete Informationszentrum ist seit längerem geschlossen und so scheint es zunächst, als wären wir die einzigen Besucher. Umso besser, als wir das letzte Mal hier waren, gab es mehrere Busse und Gruppen lauter Touristen, diesmal ist alles ruhig. Es geht ziemlich bald hinab…

…und bald nähern wir uns dem spektakulärsten Teil der Wanderung: dem ‚Caboco La Catedral‘, der im Halbkreis durch die Felswand führt…


…und immer etwas bedrohlich wirkt. Oft hat man hier Stimmen von Wanderern gehört, die von den Felswänden widerhallen… heute sind wir alleine und es ist alles still!

Über längere Strecken geht es durch das ausgetrocknete Bachbett, das allerdings bei starken Regenfällen auch schnell wieder zum Fluß wird, woraufhin der Wanderweg dann gesperrt wird.

Man wechselt etliche Male die Uferseite und es geht immer wieder rauf…

…oder runter.

Der Rückweg ist dann weniger spektakulär, wenn auch sehr steil und kräftezehrend.
01.02.2026
Heute legen wir einen Erholungstag ein und fahren Richtung Puerto Naos. Anders als die Leuchttürme früherer Jahrhunderte ist der von Naos aus Beton und marodiert langsam vor sich hin, obwohl erst 1993 eröffnet.

Schon bei früheren Besuchen war uns aufgefallen, daß das Fundament des Turms den ständigen Angriffen der Salzwasser-Brandung nicht gewachsen scheint…

…und so trägt das Meer immer wieder ab, was die Erbauer verzweifelt zu reparieren versuchen.

Wie aggressiv das Salzwasser ist, kann man an den zerfressenen Steinmauern der Bananenplantagen sehen, die bis hier unten an den Strand reichen, oder am Erhaltungszustand ihrer Eisentüren.

Wir fahren Richtung Las Manchas, von wo aus man den Vulkan Tajogaite gut sehen kann.

Hier oben bei Las Manchas, direkt unter dem neuen Kegel, ist die Straße immer noch gesperrt…

…denn 20m hinter der Absperrung endet die bekannte Straße, da sie von dem breiten Lavastrom überquert wurde,

…der auf dem Weg ins Tal alle Häuser unter sich begraben hat, bis er ins Meer mündete.

03.02.2026
Gestern war der erste Tag unseres Urlaubs, an dem das Wetter etwas verhangen war und vor allem die Berggipfel zu keinem Zeitpunkt wirklich frei waren. Heute ist dagegen wieder ideales Wanderwetter mit blauem Himmel und wir nehmen uns die Strecke von der Kapelle Virgen del Pino zur Cumbre vor. Wegen der Menge der Autos, die schon rund um Kapelle und namensgebende Kiefer parken, stellen wir den Wagen schon etwas unterhalb ab und machen uns an den Aufstieg.

Es geht zunächst durch einen Wald uralter kanarischer Kiefern, bis oberhalb der alte Eselsweg beginnt, der vor dem Bau der Tunnel die einzige Verbindung der West- zur Ostseite war, wo der Handelshafen Santa Cruz liegt.

Während früher die riesige Kiefer an der Kapelle ein Alleinstellungsmerkmal war, ist der Hang heute mit etlichen Riesen bestückt, die mehrere hundert Jahre alt sind.

In zahlreichen Serpentinen windet sich der Eselsweg hoch, oft teilweise oder ganz bedeckt mit den langen Kiefernadeln, die früher von den Bauern oft gesammelt und zum Heizen verwendet wurden. Heute hat man moderne Heizungen und die Nadeln werden nur noch selten abtransportiert und in den Bananenplantagen als Bodenmulch verwendet. Ein Nebeneffekt ist leider, daß die jährlichen Waldbrände sich umso leichter verbreiten, je mehr der Boden mit diesem leicht brennbaren Brandbeschleuniger bedeckt ist.

Das Wetter kann sich hier minütlich ändern und während der Bejenado noch wolkenlos in der Sonne liegt…

…schiebt sich etwas höher bereits die Cascada zwischen die Bäume. Das scheint aber nicht selten so zu sein, denn hier oben hängen Kiefern und die Baumheide voller Flechten.

Oben am Zielpunkt auf der Cumbre wartet ein hungriger Rabe und wir teilen das Brot mit ihm, woraufhin er uns auf dem Rückweg in der Hoffnung auf Nachschlag bis zum Auto verfolgt.

Bereits auf dem Abstieg bemerken wir den Verlust einer roten Weste und wollen schon umkehren, als uns ein Wanderer (einer von dreien, die mit uns auf dem Weg waren) den Hinweis gibt, ganz unten würde eine solche Weste hängen. Wir setzen daher unseren Abstieg fort und ganz unten, kurz vor dem Kiefernwald, hängt sie dann am Baum (im Bild ganz links).
Kleiner Gag am Rande: diese Weste ging bereits schon einmal vor rund 10 Jahren auf La Palma verloren (und wurde wiedergefunden).

04.02.2026
Das Wetter ist immer noch gut und wir fahren in den Norden Richtung Roque de los Muchachos, dem höchsten Berg der Insel. Nach über einer Stunde und endlosen Serpentinen parken wir beim Pico de la Cruz und gehen von dort an der Bergkante entlang Richtung Roque. Der sogenannte Weg beginnt recht felsig…

…aber schon bald können wir in die Caldera hinabblicken.

Am Horizont kann man einige der anderen Kanaren erkennen, hier links La Gomera und rechts El Hierro.

Nach rund einer Stunde sieht man die ersten der auf dem Roque erbauten Observatorien, die zu den besten weltweit gehören.

Auf dem Rückweg werden die Beine schwer. Es geht teils über unbefestigte oder ältere befestigte Wege…

…streckenweise hat man auch begonnen, Teile des Weges ganz neu zu verlegen.

Eben war die Caldera noch frei und man konnte bis unten schauen, jetzt ziehen Wolken hoch, was aber auch ein interessantes Schauspiel abgibt.

Auf der Rückfahrt leuchten die blühenden Mandelbüume, die hier oben im Norden überall an den Hängen wachsen.

06.02.2026
Heute ist der letzte Tag und wir fahren bei herrlichem Wetter noch einmal an das alte Lavafeld des 1949 ausgebrochenen Vulkans San Juan.

Hier hat man ein Besucherzentrum geschaffen, das gerade fertig geworden war, als wir vor 6 Jahren zum letzten Mal hier waren. Hätte man da schon gewußt, daß der neue Vulkan Tajogaite (links im Hintergrund) in wenigen Wochen ausbrechen würde, wäre die Ausstellung vielleicht anders ausgefallen.
Da bei einem Vulkanausbruch die glühende Lava oft an der Oberfläche erkaltet, unten drunter aber weiterfließt, entstehen häufig große Kanäle und Höhlen, von denen man hier einige zugänglich gemacht hat.

Obwohl der Tajogaite mit seinem Ascheregen vieles verschüttet hat, ist an manchen Stellen noch die typische Stricklava zu erkennen, die bei langsam fließender Lava entsteht.

Gegen Mittag fahren wir ein letztes Mal zum Mittagessen an den Hafen von Tazacorte, wo es eine letzte Fischmahlzeit mit papas arrugadas und grüner Mojo gibt.

Das Meer ist seit gestern wieder sehr unruhig, weshalb man vor der Kaimauer ein Absperrband gezogen hat…

…denn auf der Strandseite hat die Brandung bereits den schwarzen Sand bis zur Höhe der Mauer angespült und die ersten Wellen schlagen drüber.

Wir hatten zwei schöne Wochen mit sehr gutem Wetter und schönen Wanderungen. Die Unterkunft war ganz ok, allerdings wäre da nach oben auch noch etwas Spielraum auf dem Zufriedenheitskonto gewesen. Ob wir nochmal herkommen ist eher unwahrscheinlich, die Insel hat sich in den 30 Jahren, die wir sie kennen, schon sehr verändert… und zumindest aus Touristensicht nicht überall zum besseren.
Wirklich ein Bilderbuchwetter zum wandern, drück‘ die Daumen, dass es anhält!
dd
Das freut mich für euch, dass das Wetter *mitgespielt* hat. Ich wünsche euch einen guten Flug in die hier noch kühler Heimat.
dd